
Julia Zukrigl hat Mr. Spok mitgebracht. Der steht für rationaleEntscheidungen, wie sonst kaum jemand. Stellen wir uns vor, dass er Lust auf Donuts hat.
Da er ja rationale Entscheidungen trifft, will er den besten Donut der Stadt bekommen. Er verschafft sich vollständige Marktinformationen und schaut sich alle Bäckereien der Stadt an.
Was würde Homer Simpson in dieser Situation tun?
Der geht in die erste Bäckerei, die er schon kennt und stillt seinenHunger! Eine klare Bauchentscheidung.
Wer trifft nun die bessere Entscheidung?
Oft idealisieren wir rationale Entscheidungen.
Im Arbeitskontext stellen wir so viele Daten zur Verfügung, dass nur ein Mr. Spock die verarbeiten kann.
Mit dieser Story startet die neue Folge vom ChaosHacker-Talk, in die Christof Layher diesmal Julia Zukrigl eingeladen hat. Ihr ist es wichtig, den Menschen ins Zentrum von Technologie-Initiativen zu setzen.
Aber wie kann das passieren, dass wir vergessen, die Menschen mitzunehmen?
Julia ist davon überzeugt, dass wir oft von falschen Voraussetzungen ausgehen.
In den letzten Jahrhunderten war es sehr populär, die Ration in den Vordergrund zu stellen. Das menschliche Gehirn ist so aber gar nicht gebaut, wir wären nicht überlebensfähig, wenn wir nur rationale Entscheidungen treffen würden.
Gleichzeitig mussten wir früher schnell entscheiden. Denken wir an die Säbelzahntiger, wird uns auch ganz klar, warum.
Christof erinnert sich an den Spruch: Egal, was Menschen sagen, sie treffen eine emotionale Entscheidung und suchen dann Daten zur Rechtfertigung.
Bauchentscheidungen werden gleichzeitig immer verteufelt. Der Konsens ist oft, dass Bauchentscheidungen irrational sind, rationale Entscheidungen dagegen nachvollziehbar und transparent.
Zu viele Informationen überlasten unser Gehirn aber.
Was ist die Lösung?
Ein Vorentscheidungsprozess. Damit kann man die kognitive Last reduzieren.
Dafürmuss man aber auch die Rollen neu definieren: Ist man Datenlieferant oder ist man Entscheidungscoach und hilft damit den Menschen, wirklich gute Entscheidungen zu treffen?
Julia empfiehlt, ein Entscheidungs-Literacy-Programm zu etablieren. Die vielen möglichen Entscheidungsmethoden sind uns gar nicht bekannt und sollten uns hier weiterbilden, um uns zu besseren Entscheider:innen zu entwickeln.
Grundsätzlich fällt es unserem Gehirn schon schwer, überhaupt mit Abstraktionen wie Zahlen, Daten und Fakten zu arbeiten.
Julia konzentriert sich deswegen auf Data Storytelling.
Dabei geht es nicht darum, irgendwelche Märchen zu erzählen, sondern die Daten bildhaft exemplarisch darzustellen. Eine Anekdote bleibt einfach besser im Kopf.
Als Data-Verantwortliche müssen wir außerdem den anderen im Unternehmen Vertrauen zu den Daten geben. Dabei hilft Data Literacy: Alle müssen verstehen, wo die Daten herkommen und wie sie entstehen.
00:00:00 Homer vs. Mr. Spock
00:05:12 Vorstellung Julia Zukrigl
00:06:48 Menschen in Daten-Projekten
00:10:47 Rationale Entscheidungen
00:24:24 Entscheidungs-Literacy
00:27:28 Ambiguität
00:33:26 Data Storytelling
00:49:29 Verhandlungen
00:58:36 Zwei Fragen an Julia