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Porträts von Frauen aus Wissenschaft, Wirtschaft, Politik und Technik. Von Susanne Popp und Petra Hucke.
Die Umweltaktivistin und Verhaltensforscherin ging mit 25 Jahren allein in den tansanischen Urwald, um Schimpansen zu beobachten. Ihre Erkenntnisse waren in den 1960ern bahnbrechend: Menschenaffen wissen, wie man Werkzeuge herstellt und benutzt – etwas, von dem man dachte, dass nur wir Menschen dazu in der Lage sind.
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Geboren wird Valerie Jane Morris-Goodall in London-Hampstead am 3. April 1934. Ihr Vater ist Autorennfahrer und Motorsportfunktionär Mortimer Morris-Goodall (1907–2001), ihre Mutter ist Margaret Myfanwe Joseph (1906–2000), die als Vanne Morris-Goodall Bücher veröffentlicht. Ihre Eltern sind liebevoll und unterstützend. Jane hat eine genau vier Jahre jüngere Schwester namens Judy.
Verträumte Kindheit
Zum ersten Geburtstag bekommt Jane einen Plüschaffen namens Jubilee geschenkt, der zur Feier des ersten im Londoner Zoo geborenen Schimpansen auf den Markt gebracht wurde. Er war ihre ganze Kindheit lang ihr treuer Begleiter.
Heute ist sie immer wieder mit Stofftieren unterwegs, vor allem mit dem Schimpansen Mr. H (H für Hoffnung), um Dinge anschaulich zu machen:
Cow benutze ich beim Thema Massentierhaltung. Insbesondere, um Kindern zu erklären, wie Rinder Methan erzeugen … Ratty setze ich ein, um zu erklären, wie intelligent Ratten sind – vor allem, wie die Gambia-Riesenhamsterratte darauf trainiert wird, Landminen zu finden. (Das Buch der Hoffnung, S. 200/201)
Sie zeigt schon früh Interesse an Tieren aller Art. Ihre Lieblingsbücher sind Doktor Doolittle, das Dschungelbuch, Der Wind in den Weiden und Tarzan. Die Familie kann sich weder Fahrräder, geschweige denn ein Auto oder Urlaub leisten, aber sie haben zu essen und ausreichend anzuziehen. Jane bezeichnet ihre Kindheit als glücklich. Sie verbringt ihre Zeit am liebsten draußen bei der Insektenforschung, auch wenn sie noch städtisch wohnen.
Janes Vater möchte, dass seine Töchter Französisch lernen, doch kurz nachdem sie nach Frankreich ziehen, bricht der Zweite Weltkrieg aus, und sie kehren zurück nach England. Sie finden ein neues Zuhause an der Südküste, wo Janes Großmutter mütterlicherseits auf dem Hof The Birches lebt. Dort ist Jane von Verwandten, Natur und Freund:innen umgeben: „Wie ich die Freiheit genoß!“ (Grund zur Hoffnung, S. 40)
Foto: Alwyn Ladell
Die Familie muss während des Krieges regelmäßig in einen Luftschutzkeller fliehen, und auch Soldaten sieht Jane überall. Dennoch kommt sie recht unbeschadet durch die Zeit. Als sie danach jedoch die ersten Bilder aus den Konzentrationslagern sieht, prägt sie das bis ans Ende ihres Lebens: Wie können Menschen so etwas tun? Wie kann Gott so etwas tun?
Jane wird nicht besonders religiös erzogen, aber mit klaren moralischen Werten. Sie ist ein philosophisches, nachdenkliches Mädchen, das viel über Gott oder andere übernatürliche Mächte nachdenkt. Im Laufe ihres Lebens verändert sich das hin zu einer allgemeinen Verehrung der Natur, die durch jemanden oder etwas erschaffen worden sein muss. Auch einige mystische Erlebnisse und Erfahrungen prägen ihren Glauben.
Schule und Ausbildung
Im Jahr 1946 lassen sich ihre Eltern scheiden. Sie bleibt mit der Mutter und der Schwester in The Birches, wo sie viel Zeit im Garten auf ihrer geliebten Buche verbringt. Sie geht auf eine Mädchenschule und fällt durch gute Leistung auf, hat jedoch oft Migräne und möchte nicht hingehen.
Wegen des Geldmangels kann sie kein Studium aufnehmen, sondern lässt sich in London zur Sekretärin ausbilden. Weil sie das nicht ausfüllt, macht sie Abendkurse in Journalismus und Literatur. Außerdem hilft sie in einer Physiotherapie-Pra...
Frauenleben. Inspirierende Frauen und ihre Zeit.
Porträts von Frauen aus Wissenschaft, Wirtschaft, Politik und Technik. Von Susanne Popp und Petra Hucke.