
In dieser bewegenden zweiten Folge sprechen wir mit einer betroffenen Mutter darüber, wie sie und vor allem ihre zwei kleinen Kinder die plötzliche Inhaftierung des Familienvaters erlebt haben. Im Mittelpunkt steht die Frage: Wie spricht man kindgerecht über die Inhaftierung eines Elternteils, wie bewältigt man die Situation und wie können Kinder damit aufwachsen, ohne seelischen Schaden zu nehmen? Wir geben ganz praktische Einblicke und wertvolle Tipps für betroffene Familien und Fachkräfte.
Kurzbeschreibung unseres Gastes:
Unser Gast Frau K. ist Mutter von zwei Kindern und berichtet aus eigener Erfahrung, wie sie und ihre Familie die Haftzeit ihres Partners und Vaters ihrer Kinder bewältigt haben. Sie erzählt offen und ehrlich, wie sie mit ihren Kindern über die Inhaftierung gesprochen hat, welche Herausforderungen es gab – und welche Wege für sie hilfreich waren.
Die wichtigsten Themen der Folge:
Die Inhaftierung aus Sicht der Angehörigen: Frau K. schildert emotional, wie die Verhaftung ihres Partners sie und ihre Kinder überrascht und überrollt hat. Sie thematisiert den ersten Schock und die praktischen Fragen, die direkt danach auftauchen – aber auch die eigene Überforderung und Unsicherheit.
Offener Umgang mit Kindern: Wir sprechen darüber, ob, wann und wie man kleinen Kindern die Wahrheit sagt. Frau K. berichtet, warum es ihr wichtig war, ehrlich zu ihren Kindern zu sein und wie sie kindgerechte Worte fand – unterstützt durch spezielle Kinderbücher zu dem Thema.
Unterstützungsangebote und Bücher für betroffene Familien: Vorgestellt werden hilfreiche Materialien und Kinderbücher wie „Wie Schokopudding und Spaghetti“, „Tim und das Geheimnis der blauen Pfote“ und „Dinos Papa lebt auf einer einsamen Insel“. Diese unterstützen Eltern, mit Kindern über das schwierige Thema Gefängnis kindgerecht ins Gespräch zu kommen.
Besuchsalltag und Corona-Krise: Wir sprechen über die, organisatorischen und emotionalen Hürden der ersten Gefängnisbesuche, wie Corona den Familienkontakt erschwerte, welche Rolle Videoanrufe gespielt haben und wie wichtig regelmäßige Kontakte für die Kinder waren.
Umgang mit dem Umfeld und Institutionen: Offenheit als Chance: Wir diskutieren, wie viel Offenheit gegenüber KiTa, Familie und anderen Bezugspersonen möglich und hilfreich ist – und welche Erfahrungen Frau K. mit ihrer Haltung gemacht hat.
Prägnante Zitate aus dem Podcast:
„Ich wollte wirklich vermeiden, dass mein Kind denkt, der Papa hat kein Interesse mehr an ihm oder hat es nicht mehr lieb.“
„Für mich war es eine Erleichterung, ehrlich zu sein – dem Kind ein Bild zu geben, wie es dem Papa geht.“
„Ich denke, Kinder spüren ganz viel – auch, wenn man ihnen etwas verschweigt.“
„Im Nachhinein bin ich froh, dass ich zu meiner Tochter ehrlich war – die Haftzeit hatte ein Ende, und wir konnten immer Kontakt halten.“
„Es ist wichtig, dass Kinder sich nicht für die Situation ihrer Eltern schämen müssen.“
Links und Materialien aus dem Podcast:
Treffpunkt e.V. (Nürnberg) – Materialien für Angehörige: https://www.treffpunkt.nuernberg.de/
Kinderbücher:- „Wie Schokopudding und Spaghetti“ (Treffpunkt e.V.)- „Tim und das Geheimnis der blauen Pfote“ (Europäisches Forum für angewandte Kriminalpolitik, ISBN 978-3-00-051117-2)- „Dinos Papa lebt auf einer einsamen Insel“ (Herausgeberin Stadt Freiburg, psychologische Beratungsstelle)
Kontakt zur Straffälligenhilfe des SKM Freiburg: podcast@skm-freiburg.de oder post@skm-freiburg.de