
In dieser Folge von SiNN-VOLL geht Elisabeth Söchting der Frage nach, warum manche Menschen einfach nicht zur Ruhe kommen, obwohl sie müde sind. Anhand der Story der achtjährigen Tamara wird verständlich, wie sensorische Überempfindlichkeiten dem Ein- und Durchschlafen entgegenwirken und wie ihr bestimmte sensorische Strategien erfolgreich zu besserer Schlafqualität verholfen haben.
Die wissenschaftlichen Studien, die belegen, dass v.a. sensorische Überempfindlichkeiten die Schlafqualität beeinflussen, werden kurz vorgestellt.
Zum Abschluss stellt Elisabeth gezielte sensorische Strategien vor, die sofort und einfach praktisch im Alltag umgesetzt werden können.
Ein Podcast für Therapeut:innen, Eltern und alle, die verstehen wollen, warum Ein- und Durchschlaf keine reine Erziehungssache sind, sondern zu allererst ein fein abgestimmtes Zusammenspiel der Sinnessysteme.
Takeaways
Wenn die Sinne nicht zur Ruhe kommen, kann der Mensch nicht zur Ruhe kommen. - Schlaf beginnt nicht im Kopf, sondern in den Sinnen.
Sensorische Integration schafft die Grundlage, damit Erholung überhaupt möglich wird.
Kapitel
00:00 Einleitung - Warum Schlaf mehr ist als Müdigkeit
01:00 Tamaras Schlafstory bei taktiler Abwehr
04:00 Sensorische Überempfindlichkeiten und Schlaf
06:30 Was die Forschung zeigt
07:00 Eigene Erfahrung: auditiv empfindlich schlafen
09:00 Sensorische Strategien
Weiterführende Tipps:
FAQ:
1. Ist sensorische Integration wirklich relevant für den Schlaf?
Ja. Studien zeigen konsistent, dass insbesondere Menschen mit sensorischen Überempfindlichkeiten häufiger Schlafprobleme haben. Der Grund: Das Nervensystem bleibt aktiv, weil zu viele Reize zu stark durchkommen und das Gehirn wach halten.
2. Sind Gewichtsdecken therapeutisch zu empfehlen?
Ja, es gibt zahlreiche Studien, die die beruhigende Wirkung von Gewichtsdecken auf das Nervensystem bestätigen. Das heißt nicht, dass eine Gewichtsdecke bei jedem Kind wirkt. Nicht automatisch. Gewichtsdecken sind besonders hilfreich bei Kindern, die Druck als beruhigend empfinden – also vor allem bei propriozeptiver Unterempfindlichkeit oder taktiler Abwehr. Wichtig: individuell ausprobieren, nicht verordnen.
3. Welche Rolle spielt Bewegung am Tag?
Eine große! Geordnete kraftvolle Bewegung (propriozeptiver Input) z.B. im Rahmen von Sport, auf dem Spielplatz, bei der Gartenarbeit oder bei Haushaltsaktivitäten reguliert das Nervensystem und bereitet es auf die Erholungsphase vor.