Was passiert, wenn ein Schokoladenhersteller seinen größten Wettbewerbsvorteil bewusst verschenkt, um eine ganze Industrie zu verändern?
In dieser Episode spreche ich mit Eske Tammen, Brand Managerin bei Tony's Chocolonely, einem Unternehmen, das sich selbst als Impact Unternehmen beschreibt, das Schokolade macht, nicht andersherum.
Eske leitet das Brandmanagement bei Tony's und erzählt die Geschichte eines investigativen Journalisten, der frustriert war, dass große Schokoladenhersteller ihre Versprechen gegen Kinderarbeit nicht einhielten. Seine Lösung: Selbst ein Schokoladenunternehmen gründen mit einer klaren Mission: die gesamte Kakaoindustrie ausbeutungsfrei machen.
In dieser Episode erfahren Sie:
- Warum Tony's sein Geschäftsmodell bewusst öffnet und Wettbewerbern kostenlos Zugang zur nachhaltigen Lieferkette gibt
- Wie Customer Centricity neu gedacht wird: Kunden sind nicht nur Konsumenten, sondern auch Kakaobauern und sogar Wettbewerber
- Wie Tony's strukturelle Probleme mit konkreten, kleinteiligen Lösungen vor Ort angeht statt mit Zertifikaten
- Was es bedeutet, wenn das Unternehmensziel ist, dass der eigene USP verschwindet
- Wie Tony's Open Chain funktioniert und warum Ben & Jerry's bereits jeden Kakao darüber bezieht
Drei zentrale Takeaways:
- Purpose über Profit funktioniert wirklich. Geld ist das Mittel, nicht das Ziel. Diese Haltung durchzieht jede Unternehmensentscheidung
- Innovation braucht das gesamte Ökosystem. Echte Veränderung entsteht nur, wenn Hersteller, Händler, Konsumenten, Regierungen und Kakaobauern zusammenwirken
- Strukturelle Veränderung schlägt Differenzierung. Während andere ihren Wettbewerbsvorteil verteidigen, verschenkt Tony's ihren bewusst. Für eine Industrie, in der faire Produktion selbstverständlich wird
Eske zeigt eindrucksvoll, wie Purpose driven Business jenseits von Marketing Versprechen funktioniert und warum Tony's auf eine Zukunft hinarbeitet, in der faire Schokolade der Standard ist und keine Siegel mehr nötig sind.