
Ulrike Herrmann schrieb ihr Buch "Hurra, wir dürfen zahlen! - Der Selbstbetrug der Mittelschicht" im Jahr 2010, in der Versuchung für das Phänomen des selbstbetrügerischen Verhaltenn der Mittelschicht eine Erklärung zu finden. Tatsächlich ist die Selbstwahrnehmung der Mitte der Gesellschaft auf dem absteigenden Ast zu sein richtig, denn die Schere zwischen Arm und Reich wächst stetig, während die Reallöhne stagnieren. Dennoch richtet sich der Frust nicht etwa gegen Unternehmer und Kapitalbesitzer, sondern erstaunlicherweise verbündet sich die Mittelschicht mit den Eliten gegen die Unterschicht. Arme Menschen, faule Arbeitlose und migrantische Sozialhilfeempfänger machten es sich in der sozialen Hängematte bequem, so das Narrative. Gar von einer Ausbeutungsumkehr wird gesprochen, gierige Sozialschmarotzer führten auf Staatskosten ein Lotterleben, so die Erzählung. Die Mittelschicht trägt diese Haltung zur Wahlurne und wählt eine Politik entgegen die eigenen Interessen. Sie wählt eine Politik des Sozialstaatsabbaus, der Privatisierungen und der Steuersenkungen für Reiche. Wir sprechen in dieser Folge über dieses widersprüchliche Verhalten der Mittelschicht, über entgegengesetzte Interessen in unserer Gesellschaft und über den Mythos des faulen Arbeitslosen in der sozialen Hängematte. Wir wünschen viel Spaß und gute Unterhaltung!
Quellenliste gibt es auf Anfrage!