Einst war Berlin ein pulsierendes Zentrum hebräischen Geisteslebens, bevor die Sprache für lange Zeit fast vollständig aus dem öffentlichen Stadtbild verstummte. Doch heute kehrt der Klang des Hebräischen zurück – und zwar auf eine Weise, die Menschen über Sprachgrenzen hinweg verbindet: durch die Kraft der Musik. In dieser Folge von Mitte Mondial sprechen wir mit der Dirigentin Yael Front und dem Sänger Robert S. Ellis über einen außergewöhnlichen Chor im Herzen von Berlin-Mitte, in dem auch Menschen mitsingen, die die Sprache gar nicht beherrschen. Wie aus phonetischen Lauten tief empfundene Emotionen werden und warum es so wichtig ist, das Hebräische in Berlin wieder hörbar zu machen, erfahrt Ihr in dieser Ausgabe Mitte Mondial.
Link:
https://www.hebrew-choir-berlin.de/
Sprache spielt eine zentrale Rolle für das Selbstbewusstsein und die gesellschaftliche Eingliederung. Das gilt auch – und ganz besonders – für Frauen, die dem afghanischen Taliban-Regime entkommen sind. Angekommen in Berlin-Mitte müssen Sprache und kulturelle Codes neu erlernt werden. Mahdiah Hashemi, selbst Afghanin, hat in Mitte einen Verband für afghanische Frauen ins Leben gerufen, der verschiedene Bildungsangebote wie Sprachen anbietet – und das nicht nur vor Ort. Auch Frauen und Mädchen in Kabul profitieren von Sprachkursen aus Berlin-Mitte. MITTE MONDIAL, heute über Sprachen in Afghanistan und einen besonderen Verein von und für Frauen im Wedding.
Zum Verein:
https://afghanischer-frauenverein-mah.de/
Queere Comics, Berlin-Mitte und eine Stimme, die zwischen Sprachen pendelt: Łukasz Meicher zeichnet Welten, in denen Identität laut, verletzlich und rebellisch wird.
Seine Figuren sprechen Deutsch und Englisch – aber nicht Polnisch. Warum? Das erklärt er in dieser Ausgabe MITTE MONDIAL.
Ein Gespräch über Muttersprache und Abstand, über Herkunft und Comics, die queere Realität jenseits von Klischees zeigen.
Łukasz erzählt, warum Berlin ihn verändert hat, wie er vom Flughafenjob zum Verleger wurde und weshalb Nostalgie manchmal nur bei Pierogi zurückkehrt.
Links:
https://www.moomcomics.de/
Zehn von Zehn Punkten für Berlin! Das ist das Urteil von Joris,einem jungen, belgischen Augenarzt der Charité, der seit fünf Jahren in der deutschen Hauptstadt lebt. Obwohl seine Muttersprache Flämisch/Niederländisch ist, identifiziert sich Joris als Belgier aus Überzeugung, da er die kulturelle undsprachliche Vielfalt seines Heimatlandes schätzt. Über seine Entscheidung Pro Berlin, sein „Belgischsein“ in Berlin-Mitte und warum es in ganz Berlin kein flämisches oder belgisches Restaurant gibt – darüber sprechen in dieser Ausgabe von MITTE MODIAL mit Joris de Keersmaecker.
Links:
Vielsprachigkeit hat es in Berlin Mitte immer schon gegeben. Der Bezirk ist historisch gesehen eigentlich schon immer mit der ganzen Welt verknüpft gewesen, weshalb dieMehrsprachigkeit heute deutlich stärker ausgeprägt ist als noch vor einigen Jahrzehnten.
Lale Behzadi die Leiterin des Amts für Weiterbildung und Kultur und selbst zweisprachige (Deutsch/Persisch) Arabistin, sieht diese Vielfalt gelassen: Mehrsprachigkeit ist eigentlich der Standard auf der Welt. Im Grunde genommen sei jeder Mensch bereits ein Spezialist in diesem Bereich, weil man sich ständig in unterschiedlichen Dialekten und Registern bewegt.
Daher ist Ihr die Sprachvermittlung außerhalb der Universitäten sehr wichtig. Das Amt sorgtdafür, dass diese Vielfalt in allen Einrichtungen des Bezirks sichtbar wird: an Volkshochschulen, Bibliotheken, Musikschulen.
Wie es gelingen kann, Menschen einzuladen, ihre Sprachkenntnisse gemeinsam zu leben und mitzuwirken, drum geht’s in dieser Ausgabe von MITTE MONDIAL.
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Links:
https://www.berlin.de/ba-mitte/politik-und-verwaltung/aemter/amt-fuer-weiterbildung-und-kultur/
Sprachkompetenz ist der Schlüssel zur Teilhabe, besonders in einem Bezirk wie Berlin Mitte, wo über 35% der Bewohner keinen deutschen Pass besitzen. Es überrascht daher nicht, dass an der Volkshochschule (VHS) Mitte Deutsch als Fremdsprache die unangefochtene Nummer eins der Nachfrage ist.
Jährlich verzeichnet die VHS Mitte etwa14.500 Belegungen für Deutschkurse. Wöchentlich melden sich hunderte von Menschen bei der Beratung, weil der Wunsch, Deutsch zu lernen, "gewaltig" ist.
Doch die Leiterin der VHS Mitte, ManjiriPalicha, deckt eine bittere Realität auf, die im Widerspruch zurinternationalen Szene steht: Das Interesse ist da, aber die Zeit fehlt.
Gerade junge Menschen und Studierende, diein Berlin Fuß fassen wollen, können die notwendige Zeit für Sprachkurse oft nicht aufbringen, weil sie "jobben müssen, um ihr Leben hier zu finanzieren". Die VHS beschäftigt sich daher weniger mit sinkender Motivation, sondern vielmehr mit der Frage, wie diese enorme Nachfragebefriedigt werden kann.
Wir sprechen über die Hürde desPräsenzunterrichts für Anfänger, die Rolle von Sprachen als Schlüssel zur Integration und warum der Lernwunsch trotz des weit verbreiteten Alltagsenglisch in Mitte ungebrochen bleibt. Und, welche Sprachen sonst in Berlin ganz oben auf de Lern-Liste stehen.
Link zur VHS Mitte:
Im Berliner Gesundbrunnencenter lebt ein Stück Ukraine. Hier gibt es einen besonderen Charity-Shop und eine bewegende Fotoausstellung mit schockierenden Bildern aus Butscha und Irpin sowie herzergreifenden Kinderzeichnungen. Die Ukrainehilfe Berlin, die mit null Verwaltungskosten arbeitet, leitet jede Spende zu 100% in medizinische und humanitäre Hilfe um – von Krankenwagen bis zu Tonnen von Hilfsgütern. Wie die bewusste Wahl der ukrainischen Sprache zum mächtigen Zeichen des Widerstands geworden ist und wie Menschen vor Ort nicht nur das eigene Land, sondern auch europäische Werte verteidigen, ist das Thema heute bei MITTE MONDIAL.
Das Stattlab im Wedding – ein offenes Atelier und selbstorganisiertes Künstlerkollektiv. In dieser Ausgabe von MITTE MONDIAL schauen wir uns an, wie hier Siebdruck und Fotografie auf eine multinationale Gemeinschaft treffen. Englisch ist dabei die pragmatische Arbeitssprache, aber auch Deutsch, Italienisch, Spanisch und Französisch wird gesprochen. Julia und Gaia geben Einblick in die Kunst, die Sprachen und die Herausforderungen der Zusammenarbeit über kulturelle Grenzen hinweg.
Mehr Infos zum Verein unter stattlab.net
Im Ring ist er der Adana Bulldozer, oder einfach Aytaç Bahar, ein deutscher Profi-Wrestler mit türkischenWurzeln. In dieser Ausgabe von „Mitte Mondial“ spricht Aytaç darüber, wie er seine türkische Herkunft im Sportsentertainment lebt und warum die Sprache dabeianfangs sogar ein „Bösewicht“-Trick war. Mehrsprachigkeit im Berliner Wrestling Ring und Aytaç Baharprivat und als Profi im Ring – Jetzt bei Mitte Mondial.
Aytaç Bahar auf Instagram: theaytacbahar
Bereit für ein Workout der ganz besonderen Art? Bei BerlinMitte Mondial treffen heute Muskelaufbau und Mega-Brainpower aufeinander! Triff Personal Trainer Dominik Ksiazek, der nicht nur deine Muskeln, sondern auch dein Gehirn trainiert, indem er fließend vier Sprachenspricht. Erfahre, wie dein Kopf so zum "Fitnessstudio imKopf" wird und wie Motivation in vier Sprachen laufen kann. Entdecke die Vorteile von Mehrsprachigkeit – von besserer Konzentration bis zu einem echten Multitasking-Gehirn.Dominik teilt spannende Einblicke in lustige Missverständnisse und die besten Tipps, wie du eine neue Sprache richtig lernst.
Bereit für ein Sprachabenteuer? Bei Berlin Mitte Mondial tauchst du ein in die aufregende Welt der zweisprachigen Schule Phorms Campus Berlin Mitte! Stell dir vor: Zwei Sprachen, ein Klassenzimmer – und keine Übersetzungnötig! Hier wechseln Kinder so leicht zwischen Deutsch und Englisch hin und her, als wäre es ein Sprachspiel. Erfahre vonCampusleiterin Jana Stölting, wie diese Immersionsmethode funktioniert und warum es Kinder super flexibel und sogar schlauer macht, mit mehreren Sprachen aufzuwachsen.
Hey Berlin! Wusstest du, dass in Mitte über 100 Sprachengesprochen werden und 70% der Schüler*innen eine nicht-deutsche Herkunftssprache haben? In dieser Ausgabe tauchen wir mit Kersten Mangado ein, der sich mit acht Jahren Deutsch selbst beibrachte und erklärt, warum ihm nach 17Jahren in Deutschland immer noch die "letzten 5-10%" zurPerfektion fehlen.
Heute sprechen wir mit Agata Martinowski, einer polnischen Dolmetscherin: von ihrem schwierigen Start als Studentin in Berlin, über diverse Jobs und unternehmerische Aktivitäten, bis hin zu ihrer etablierten Tätigkeit als beeidigte Dolmetscherin. Es geht um Herausforderungen, ihre bemerkenswerte Anpassungsfähigkeit und ihren Erfolg als kulturelle Mittlerin zwischen Polen und Deutschland.
Alaa Alzeir stammt aus Syrien, ist 33 Jahre alt und kam 2016 mit seiner damaligen Freundin nach Deutschland. Der Anfang war hart, erzählt Alaa in dieser Folge, auch weil er damalsein kleines Kind zu betreuen hatte. Doch nach und nach lebte Alaa sich ein in Eberswalde,wo er anfangs gar nicht hin wollte. Doch mittlerwele bezeichnet er den Barnim als seine Heimat, auch weil Alaa eine Ausbildung zum Optiker machen konnte - in demselben Beruf,den auch sein Vater ausübt.
Das politische System in der Republik Tschad zeichnet sich nicht durch Menschenfreundlichkeit aus. Auch im Barnim sind inzwischen Menschen aus dem zentrealafrikanischen Land zu Hause, viele von Ihnen in der Pflege. Nicht alle haben dabei einen klassischen Fluchtweg hinter sich. Heute sprechen wir mit einer jungen Frau, die, noch im Flüchtlingsheim lebend, eine Ausbildung zur Pfelegekraft absolviert und hier endlich ankommen möchte.
Barnim von Welt - heute mit der lettischen Botschafterin in Deutschland, Alda Vanaga. Keine Einwanderungsgeschichte, sondern Verbindungen, die es vom Barnim in die baltischen Länder gibt, konkret mit Lettland. In regelmäßigen Abständen lädt die Hoeck-Stiftung Botschafter und Botschafterinnen zu einem "Diplomatischen Salon" nach Eberswalde, diesmal war die lettische Diplomatin Alda Vanaga zu Gast. In dem Gespräch geht es um die wirtschaftliche Entwicklung Lettlands im Vergleich zu ostdeutschen Regionen - aber auch um die Frage, wie und warum der Blick in Lettland auf den Ukraine-Krieg zuweilen doch ein anderer ist, als in Deutschland.
Als in Syrien der arabische Frühling beginnt, nimmt der syrische Kurde Kawa Taher an Demonstrationen gegen Machthaber Assad teil und wird dafür
brutal zusammengeschlagen und inhaftiert. Nach der Freilassung kehrt er in seine Heimatstadt zurück und entscheidet gemeinsam mit seiner Familie: Ich muss weg. Erst mal in die Türkei, in Sicherheit. An Deutschland denkt er zu dem Zeitpunkt noch nicht. Rund zehn Jahre später
hat Kawa Taher einen deutschen Pass, eine Arbeit, eine Wohnung, eine Frau und Kinder. Er ist angekommen in Deutschland und in Ludwigsfelde.
Aber leicht ist dieses Leben oft nicht. Hendrik Schröder hat mit ihm gesprochen.
Eigentlich wollte Mariko Seki nur kurz in Deutschland bleiben, um ein paar Berufserfahrungen als Glaskünstlerin zu machen. Aber sie verliebt sich in einen Deutschen, findet ihren Traumjob und zieht nach Baruth. Warum dort mehr Fahrrad gefahren wird, als in ihrer japanischen Heimat und warum das Museumsdorf Glashütte für sie ein perfekter Arbeitsplatz ist, das hat Mariko Hendrik Schröder im Interview erzählt.
Omer kam als politischer Flüchtling aus dem Sudan nach Deutschland. 2019 kam er zunächst in einem Heim in Märkisch Oderland unter, zog dann aber nach Eberswalde um. Er integrierte sich schnell, bekam einen Job im Ökodorf Brodowin und macht nun eine Ausbildung zum E-Commerce-Kaufmann. Leider hat er auch Erfahrungen mit Rassismus gemacht, fühlt sich aber im Barnim zu Hause und würde die Region auch als sein Heimat bezeichnen.
Behrang Alavi hat schon ein halbes Leben in Metropolen verbracht: Teheran, Kabul, Moskau, Berlin. Er tourt seit 20 Jahren mit seine Band Samavayo durch Clubs und spielt auf Festivals in Europa. Vor ein paar Jahren hat der hauptberufliche Programmier der Großstadt den Rücken gekehrt und wohnt in einem kleinen Dorf am Mellensee in Teltow-Fläming. Im Gespräch mit TF International erzählt er von seiner Kindheit auf der Flucht, seinen Eltern zwischen Kunst, Journalismus und Politik und seinem eigenen politischen wie musikalischen Engagement. Behrang Alavi hat schon ein halbes Leben in Metropolen verbracht: Teheran, Kabul, Moskau, Berlin. Er tourt seit 20 Jahren mit seiner Band Samavayo durch Clubs und spielt auf Festivals in Europa. Vor ein paar Jahren hat der hauptberufliche Programmier der Großstadt den Rücken gekehrt und wohnt in einem kleinen Dorf am Mellensee in Teltow-Fläming. Im Gespräch mit TF International erzählt er von seiner Kindheit auf der Flucht, seinen Eltern zwischen Kunst, Journalismus und Politik und seinem eigenen politischen wie musikalischen Engagement.