Was passiert, wenn man vier Tage lang spielt, denkt, diskutiert – und dabei kaum schläft?
Inga und Phil haben sich zu einem XXL-Spielewochenende getroffen, und herausgekommen ist eine Folge irgendwo zwischen Wirtschaftssimulation, moralischem Abgrund und kollektivem Hirnverschleiß.
Ausgehend von einer hitzigen Partie 1830, die mit einem Bankrott und einer Diskussion über sinnvolle Entscheidungen endete, arbeiten sich die beiden durch eine lange Liste an Spielen. Von der komplexen Marktlogik der 18xx-Reihe über die kapitalistische Satire in Ponzi Scheme bis hin zu den kolonialen Dilemmata in Pax Hispanica oder postnuklearer Verzweiflung in Meltwater – diese Folge lässt kein heißes Eisen aus.
In dieser Folge erwartet euch eine Reise durch die Nischen des Brettspielhobbies:
- 18xx-Marathon: Eine Zugreise von NY über Korea zum Mond sowie ein tiefer Einblick in eine Welt aus Aktien, Zügen und irrationalen Entscheidungen. Warum macht es Spaß, andere in den Ruin zu treiben, und wo verläuft die Grenze zwischen cleverer Strategie und emotionalem Chaos?
- Kapitalismus und Kartentricks: Spiele wie National Economy und Ponzi Scheme werden unter die Lupe genommen. Was wäre, wenn Arbeitsrecht fair wäre? Und warum macht es trotzdem Spaß, ein Betrugssystem zu bauen, bis alles implodiert?
- Schaffen wir Sklaven oder Sklaverei ab? Wenn man für die Aussicht auf den Sieg kurz mal die Moral über Bord wirft. Es geht um Kolonialismus, Gewalt und systemische Zwänge und die Frage: Wie viel davon bildet ein Spiel ab – und wie viel reproduziert es?
- Muss ein Spiel gut sein, um wichtig zu sein? Am Beispiel von Meltwater, einer postnuklearen Simulation über Leben und Tod, wird ausgelotet, wie weit ein Spiel gehen darf, um uns zum Nachdenken zu zwingen. Was passiert, wenn es keine gute Entscheidung mehr gibt?
- Mechanik trifft Thema trifft Setting: Von der klassischen Tableaubuilding-Mechanik in Evenfall über mathematisch unlösbare Probleme in Kingdom Crossing bis zum Städtebau-Puzzle in Elektropolis – am Ende bleibt mal wieder die Frage was ist Thema, was ist Setting und warum passt manchmal alles – oder manchmal auch gar nichts?
Die Folge ist mehr als eine reine Auflistung gespielter Titel. Sie ist eine fast schon philosophische Reflexion über das Brettspielen an sich. Eine Folge für alle, die wissen, dass manche Spiele nicht gespielt werden, um zu gewinnen, sondern um zu verstehen. Schlafmangel fördert eben Erkenntnis – oder Wahnsinn. Vielleicht ein bisschen von beidem.