Was passiert, wenn man vier Tage lang spielt, denkt, diskutiert – und dabei kaum schläft?
Inga und Phil haben sich zu einem XXL-Spielewochenende getroffen, und herausgekommen ist eine Folge irgendwo zwischen Wirtschaftssimulation, moralischem Abgrund und kollektivem Hirnverschleiß.
Ausgehend von einer hitzigen Partie 1830, die mit einem Bankrott und einer Diskussion über sinnvolle Entscheidungen endete, arbeiten sich die beiden durch eine lange Liste an Spielen. Von der komplexen Marktlogik der 18xx-Reihe über die kapitalistische Satire in Ponzi Scheme bis hin zu den kolonialen Dilemmata in Pax Hispanica oder postnuklearer Verzweiflung in Meltwater – diese Folge lässt kein heißes Eisen aus.
In dieser Folge erwartet euch eine Reise durch die Nischen des Brettspielhobbies:
Die Folge ist mehr als eine reine Auflistung gespielter Titel. Sie ist eine fast schon philosophische Reflexion über das Brettspielen an sich. Eine Folge für alle, die wissen, dass manche Spiele nicht gespielt werden, um zu gewinnen, sondern um zu verstehen. Schlafmangel fördert eben Erkenntnis – oder Wahnsinn. Vielleicht ein bisschen von beidem.
Nach einer kurzen Pause kehren Inga und Phil zurück – mit einer Frage, die Brettspielnerds und Politikstrategen gleichermaßen beschäftigt: Wo hört das Spiel auf, und wo beginnt die Simulation?
Anlass der Diskussion ist Prime Minister von GMT Games, ein politisches Strategiespiel voller Machtspiele, Allianzen und moralischer Grauzonen. Von dort aus entspinnt sich ein Gespräch über Verantwortung, Werte und die feine Linie zwischen taktischem Spielzug und ideologischem Statement.
Spiele wie John Company und Weimar dienen als weitere Beispiele, um zu ergründen, ob wir am Tisch als strategische Punktemaximierer*innen agieren oder als Menschen mit Werten, die bereit sind, für das Gemeinwohl vielleicht auch mal den eigenen Sieg zu opfern.
In dieser Folge erwartet euch ein fast schon philosophischer Schlagabtausch über:
Spiel vs. Simulation: Wie viel Realität braucht ein Spiel, um relevant zu sein, und wann wird es zur trockenen Übung? Wir hinterfragen, ob Spiele wie Prime Minister politische Dynamiken wirklich abbilden oder doch nur ein Spiel mit Thema ist.
Moralische Dilemmata: "Bin ich in diesem Spiel ein Politiker – oder ein Mensch mit Werten?" Inga und Phil diskutieren, wie Spiele moralische Entscheidungen provozieren können und warum aus der Interaktion im menschlichen Verhalten ein eigenes narratives Erlebnis erwächst..
Die Definition des Sieges: Muss "gewinnen" immer bedeuten, mehr Punkte zu haben als die anderen oder kann Aufrichtigkeit auch ein Spielziel sein? Das Duo denkt über alternative Siegbedingungen nach – von gemeinsamen Zielen bis hin zu Systemen, in denen übermäßiger Erfolg zum Scheitern führt. Am Beispiel des Wargames "We Are Coming, Nineveh" wird deutlich, wie Parameter wie Zeitdruck oder Kollateralschaden die Bedeutung des Sieges völlig verändern können.
Diese Folge ist weniger eine Review als ein tiefgründiges Gespräch über den Sinn des Spielens. Ein Dialog über Moral, Werte und den Unterschied zwischen „spielen“ und „begreifen“.
„Verantwortung beginnt nicht erst bei 10.000 Followern.“
Inga und Phil haben in der letzten Folge ein bisschen Staub aufgewirbelt – unter anderem bei Sven von Brettballett, der ihnen ehrliches Feedback geschickt hat.
Und statt sich in Kommentarspalten zu rechtfertigen, dachten sich die beiden: reden hilft.
Also ist Sven diesmal als Gast mit am Mikrofon.
Gemeinsam sprechen sie über Hype, Verantwortung und Authentizität in der Brettspielszene.
Mit konkreten Beispielen geht es um aktuelle Hype-Wellen, ikonische „Loot-Fotos“ und den Sog von Social Media, der unser Hobby mitzieht.
Wie schnell wird aus einer Empfehlung ein Must-have?
Und wie oft stecken ökonomische Zwänge, Algorithmen oder der Wunsch nach Sichtbarkeit hinter dem scheinbar neutralen Teilen von Spieleindrücken?
Was bedeutet es wirklich, Einfluss zu haben – und wo liegt die Grenze zwischen Begeisterung und Beeinflussung?
Wir sprechen über:
Diese Folge lädt euch ein,
eigene Einflussmöglichkeiten und blinde Flecken zu entdecken und euch selbst zu fragen: Wie transparent seid ihr mit eurer Begeisterung? Und was braucht es, damit unsere Community sich gemeinsam für einen reflektierteren Konsum stark macht?
Lasst euch inspirieren und reflektiert mit uns –
über Verantwortung, Hype und eure eigene Rolle im schönsten Hobby der Welt.
Hört jetzt rein – und teilt eure Gedanken dazu.
„Das Brettspiel-Hobby ist das größte Geldgrab, das ich kenne – aber auch eines der schönsten. Und genau darin liegt das Dilemma.“
In dieser Folge tauchen Inga und Philipp in die Schattenseiten ihres liebsten Hobbys ein.
Nach der SPIEL in Essen, dem größten Branchenevent Europas, sprechen die beiden über das, worüber sonst kaum jemand gerne redet: Kaufrausch, Hype und Selbsttäuschung.
Was macht das Brettspielhobby so ambivalent? Zwischen Leidenschaft und Gemeinschaft stehen unreflektierter Konsum, Reizüberflutung und Selbstrechtfertigung.
Aus der Messedistanz heraus entsteht eine ehrliche, selbstironische und teils schonungslose Diskussion über:
Dabei nehmen sie auch den Kapitalismus kritisch in den Blick: Spiele mit Nachhaltigkeitsbotschaften stehen einem Hobby gegenüber, das immer weiter Konsum anheizt und zum Wegwerfprodukt werden lässt.
Die Hosts fragen, ob Sammeltrieb und Wachstum wirklich nötig sind – oder ob neue kollektive Ansätze wie gemeinsames Kaufen, Tauschen und Verleihen nicht einen wesentlichen Beitrag leisten könnten. Das Brettspiel-Hobby wird so zum Spiegel gesellschaftlicher Muster, in dem analoges Miteinander und materialistischer Sammeltrieb nebeneinanderstehen.
Nach dem Motto "Kaufen, Spielen, Schämen" reden die beiden mit viel Selbstreflexion, Augenzwinkern und ehrlicher Scham darüber, wie man im Hobby seine Vernunft bewahren kann – oder eben nicht.
Auf den ersten Blick scheint die Antwort klar: Realismus schafft Nähe und Immersion, während Abstraktion Distanz erzeugt.
Doch ist es wirklich so einfach?
Am Beispiel von Root und Doubt is our Product diskutieren wir, Inga und Philipp, warum die Gleichung „Realismus = Nähe, Abstraktion = Distanz“ zwar plausibel klingt, aber bei genauerem Hinsehen nicht ganz standhält – oder über moralische Authentizität entscheidet.
Wir sprechen darüber, wie niedliche Tierfiguren in Root Gewalt greifbar machen – oder sie vielleicht sogar verharmlosen.
Und warum Doubt is our Product uns trotz moralisch fragwürdiger Entscheidungen völlig kalt lässt.
Die Folge zeigt, dass Abstraktion nicht nur Distanz schafft, sondern auch ein bewusstes Mittel sein kann, um Verantwortung und Entfremdung zu thematisieren.
Gleichzeitig hinterfragen wir, ob Realismus wirklich immer zu mehr Reflexion führt – oder ob er manchmal nur eine Illusion von Authentizität erzeugt.
Was bedeutet das für die moralische Glaubwürdigkeit von Spielen?
Und wie beeinflussen Designentscheidungen unsere Wahrnehmung von Verantwortung?
Eine Episode über Nähe, Distanz und die Verantwortung, die Brettspiele am Spieltisch schaffen können.
Denn: Spiele selbst haben keine Moral – aber ihre Gestaltung und unser Umgang damit sehr wohl.
In dieser Folge Flip & Fight nehmen wir euch mit auf die Hütte – mitten rein in den Alpenzock: Ein Wochenende voller Brettspiele, wenig Schlaf und jeder Menge Spaß zwischen Bergen und Spieltischen. Neben ein paar ziemlich ehrlichen Eindrücken reden wir ganz locker über den Reiz an komplexen Spielen und warum unser Herz neuerdings besonders laut für 18xx schlägt.
Wir klären, ob und warum 18xx für uns die Königsklasse geworden ist, was eigentlich komplex und was einfach nur kompliziert ist – und wie unterschiedlich wir alle so an Brettspiele rangehen. Sprich, wir fragen uns (und euch):
Am Ende wird uns wieder klar: Brettspiele sind mehr als nur Mechanik. Sie erzählen Geschichten, inspirieren uns, fordern unser Denken heraus, eröffnen Diskurse und zeigen, wie unterschiedlich unsere Zugänge zum Spielen sein können.
Willkommen zur allerersten Folge von Flip & Fight – Der Brettspielpodcast mit ganz viel Meinung! Nach zwei Jahren voller Ideen und Diskussionen ist es endlich soweit: Wir gehen an den Start. In dieser Folge stellen wir uns vor, erzählen, wie der Podcast entstanden ist, und diskutieren, warum Brettspiele für uns mehr sind als nur Spielzeug zur Unterhaltung.
Was euch in dieser Folge erwartet:
Ein Blick in die Zukunft:
In den kommenden Folgen wollen wir uns mit spannenden und kontroversen Themen auseinandersetzen, darunter:
Ob Worker Placement, Wargames oder Wirtschaftssimulationen – wir lieben Brettspiele, weil sie uns nicht nur unterhalten, sondern auch zum Nachdenken anregen. Mit Flip & Fight wollen wir genau diese Diskussionen anstoßen: kritisch, streitlustig, manchmal provokant – aber immer mit Herzblut für das Hobby.
Folge 0 ist unser Startpunkt. Seid dabei, wenn wir in zukünftigen Episoden tiefer in die Welt der Brettspiele eintauchen und euch einladen, Spiele aus einer neuen Perspektive zu betrachten.