Es ist eine Herausforderung, sich Gott vorzustellen, sich darüber Gedanken zu machen, wie das möglich ist und was mir da an Vorstellungen und Bilder kommt. Wenn ich das lehre, lerne ich dazu, und da hilft mal die eine oder andere Methode. Wenn ich schaue, was da meine Schüler*innen denken und malen, dann komme ich zu dem Schluss: Gott ist ein Welt-Brot-Gespenst;)
Anfang Jahr ist Vorsätze-Zeit. Es gibt schon viele Ratschläge, was und wie man da anpackt. Ob das ausreicht, um die Vorsätze eine Zeit lang auch umzusetzen? Dann lieber mal einen Schritt zurück und grundsätzlich nachhaken, warum ich überhaupt Vorsätze fasse. Sie lassen mich glauben, dass ich besser sein könnte, selbst wenn ich doch im Grunde gut bin. Da ist Luft nach oben, und das von mir zu denken, tönt gut.
Zur Weihnacht reisen wir nicht nach Jerusalem, sondern Richtung Bethlehem;) Kürzlich ist mir das Bilderbuch "Reise nach Bethlehem" aufgefallen, das so ganz anders funktioniert als das Kinderspiel "Reise nach Jerusalem": Da kommen mehr dazu, da scheidet keiner aus. Da wird eingeladen, geholfen, ermutigt, keiner konkurriert mit dem anderen. Am Ende gewinnt nicht bloss eine*r, sondern alle. Das macht wohl gerade unsere Weihnachtsgeschichte aus, wo bereits damals immer mehr zum Kind in der Krippe hinzukommen, und mich fasziniert, dass diese Reise Gottes mit den Menschen doch immer noch weitergeht ...
Beides gleich? Nicht ganz. Vergebung scheint sich eher auf die Tat, auf die eine Sache zu fokussieren, die falsch gelaufen ist. Versöhnung aber zielt eher ab auf die Beziehung, das Umfeld, das aufgrund von Schuld und Sünde in Schieflage geraten ist. Manchmal hilft ein wenig Differenzierung, um die Möglichkeiten auszuloten, dass es mit dem grossen Frieden von allen mit allem noch etwas wird!
Standhaftigkeit ist ein Bild: ich habe einen Stand, ich habe Kraft stehen zu bleiben, auch und gerade dann, wenn der Wind sich dreht. Aber was gehört alles zu dieser Standhaftigkeit, wie funktioniert das, und vor allem, wie gewinne ich an Standhaftigkeit hinzu? Denn das ist sicher: niemand will wie ein Fähnchen im Wind dastehen;)
Ein nicht ganz so beschauliches Adventsbild: Zeit die Axt an die Wurzel zu legen, in anderen Worten: weg mit den schlechten Mustern, diesen Verhaltensweisen, Gewohnheiten und Haltungen, und das bitte so radikal, das die nicht wiederkommen. Muster sind mächtig. So einfach ist das nicht. Nehme ich konkrete Beispiele, so merke ich, wie ich da einen langen Atem brauche beim Dagegensteuern. Aber es wird sich lohnen um Platz zu schaffen für etwas neues Gutes!
Nochmal Mel Robbins: Mit der Fünf-Punkte-Regel schläft sie eine ziemliche einfache Methode für ein schwieriges Problem vor, wie ich nämlich jenen inneren Dialog überspringe, der mich letztlich ausbremst, um von einer Entscheidung hin zum Handeln zu kommen. Ich will, aber dann kommen mir Bedenken, Argumente, Zweifel und all die anderen Tricks des inneren Schweinehundes, der mich aufschieben lässt, was ich schon längst erledigen wollte. Manchmal geht es auch ganz einfach;)
Momentan macht die Let-Them-Methode von Mel Robbins von sich reden: Einfach mal etwas sein lassen, loslassen, einfach anderen die Möglichkeit lassen, selber Fehler zu machen. Dass es derzeit einen Hype darum gibt, sagt viel über unsere Tage aus;) Aber es ist eine Methode, die nicht nur stoische Elemente und jesuanische Spuren in sich hat, sondern einfach ist und einfach funktioniert. Ich frage mich, was ich lassen kann und wen ich lassen kann.
Trauer und Tod bauen sich manchmal vor mir auf wie ein Gebirge mit einem Horizont, den ich nicht überblicke. Keine Ahnung, wie es da weitergehen könnte. Das erinnert mich sowohl an eine Italienreise wie auch an Udo Lindenberg am Timmendorfer Strand. Auszuhalten, dass ich nicht hinüberschauen kann, und zu hoffen, dass es etwas nach der Trauer wie nach dem Tod geben wird, das ist die Kunst. Diese Horizonte fordern meine Fähigkeit zu Hoffen heraus, und das tut mir richtig gut.
Jesus als geistiges Fundament, und wir Menschen als Haus Gottes? Dass das mal nicht zur Markthalle oder Räuberhöhle wird;() - diese bildliche Vorstellung gefällt mir allerdings ziemlich gut, weil es lässt mich doch dem unsichtbaren Gott sichtlich auf die Spur kommen, wo und wie Gott sich finden lassen will, und wie christliche Gemeinschaft mit Gott und untereinander zusammenhängen.
Wenn Dir jemand sagt: "Steh auf!", woran denkst Du? Und wenn Du die Wahl dabei hast zwischen den Hosen, Westernhagen und Jesus? Interessanterweise haben alle drei etwas Wesentliches dazu beizutragen, wie dieser aufstellende Zuruf geht, wer ruft und wie gut mir das tun kann.
Geht das, als Paar spirituell unterwegs zu sein? Wie sehen dazu die Erfahrungen in der Seelsorge aus? Einige Fragen kamen kürzlich aufgrund eines Interviews im Kirchenblatt zusammen, und ein paar Antworten dazu finden sich hier!
Ob das Christentum eine Zukunft hat? Dass der Fromme der Zukunft ein Mystiker werde oder nicht sei, dieses Zitat von Karl Rahner ist auch schon 60 Jahre her. Ist dessen Zukunft also gestern oder heute oder immer noch morgen? Da konfrontieren wir die Trauer über den Niedergang des Christentums mit Jesu Gleichnis von einer nervigen Witwe, um davon zu lernen, wie ich mich als gläubiger Mensch gut auf Zukunft einstelle.
Tu das Dir Mögliche und lass, was Dir unmöglich ist! Das sollte - nochmals - nach Epiktet tönen, denn darin ist er wirklich gut, diese feine Unterscheidung klar und deutlich zu treffen. Für viele, weil heute bekannter, tönt das eher nach dem Gelassenheitsgebets nach Reinhold Niebuhr. Der Unterschied: Epiktet glaubt, die Unterscheidung zwischen dem Möglichen und dem Unerreichbaren klar treffen zu können, während Niebuhr eher auf Weisheit hofft, um immer wieder neu diese feine Grenze finden zu können.
Wie frei bin ich im Inneren, wie werde ich frei? Das ist mitunter eine Frage, die den römischen Stoiker Epiktet vor Jahrhunderten schon umtrieb. Er liefert manche Einsichten und Ansichten in seiner Lebenskunst, die manchen Sprüchen Jesu ähnlich sind. Wie sie sich um das Innere des Menschen sorgen, zeigt aber auch eine Unähnlichkeit: Epiktet schaut auf die Grenze des Inneren, Jesus eher auf das Zentrum des Inneren.
Wie lasse ich mich auf gute Art überzeugen? Jesus erzählt, wie gute Gründe nicht immer zum Ziel führen. Unsere Überzeugungen folgen nicht immer den besseren Argumenten, sondern der Freundlichkeit, dem Gruppendruck oder der Lautstärke. Wie müsste also der Prozess hin zu einer Überzeugung ablaufen, dass ich damit wirklich zufrieden sein kann?
Wofür zurückblicken, wenn ich dabei für die Zukunft nichts lernen würde? Nun gibt es in meiner kleinen Kirche in Sevelen dieses Jahr ein Jubiläum von 75 Jahren. Das ist fast nichts für eine Kirche. Aber für unsere umtriebige Zeit bietet sich da eine Gelegenheit, alte Geschichte aufzuwärmen, um zu schauen, wieviel ich da für die Zukunft finde: Alte Anekdoten über Hilfe und Solidarität, über über Gemeinschaftsbildung und Eigeninitiative, über kirchliche Einheit. Da lohnt es sich doch, manchen Schatz zu heben;)
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da gehe ich mit. Da steckt nicht nur eine eher alte faszinierende Geschichte dahinter, wie Ruth bei Noomi bleibt, sondern eine wunderschöne Liebeserklärung, mit dem anderen mitgehen zu wollen, alles hinter sich zu lassen, sich irgendwo etwas Neues aufbauen zu wollen, eben der Liebe wegen. Ein solcher Schritt braucht viel an Vertrauen und Hingabe für den anderen. Dass Gott als der Gott der Liebe dort hilft und sich in solcher Liebe erkennen lässt, liegt dann auf der Hand wie auf dem Weg;)
Wer das Fundament legt, will darauf auch bis zum Schluss bauen? Jesus spricht vom Turm und will, wenn schon der Grund gelegt ist, dass es weitergeht bis zum guten Ende. Aber zu wem spricht er da? Was ist hier Fundament, was sind die Kosten, was ist dieser Turm? Insgesamt ein tolles Bild und eine wunderbare Ermutigung, sich spirituell hin zur Ganzheit zu entwickeln.
Der Bätti, auch Paternoster, ist eine Perlenschnur, um Perle zu Perle 50 Vaterunser damit zu beten. Bruder Klaus von der Flüe hat diese Gebetsform praktiziert. Das lässt mich nicht nur eintauchen in geschichtliche Entwicklungen von Spiritualität, sondern auch das meditative Gebet ohne Buch für unterwegs neu entdecken.
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