Stefanie Reinsperger ist endlich wieder in Wien. An der Burg verleiht sie dem Ringelspiel-Casanova „Liliom“ ihre Kraft und Zerbrechlichkeit. Mit ihrer eigenen Wut steigert sie „Elisabeth“ von Mareike Fallwickl in das Heute der Geschlechterkämpfe. Stefanie Reinsperger ist eben „ganz schön wütend“ und gibt dies offen in ihrem Buch kund. Weil die Verhältnisse so sind, wie Brecht es sagt und dessen Dramen sie am Berliner Ensemble spielt.
Hannes Hametner spricht mit Stefanie Reinsperger über Spiel-Wut und Spiel-Lust, das Hinterfragen von Geschlechterklischees, über schauspielerische Verausgabung und darüber, wie es ist, wieder in Wien zu sein.
Stefanie Reinsperger, geboren in Baden bei Wien, wuchs in London und Belgrad auf. Sie studierte Schauspiel am Max Reinhardt Seminar in Wien. Ihr erstes Engagement führte sie ans Schauspielhaus Düsseldorf. 2014/15 wechselte sie ans Burgtheater Wien und ans Volkstheater Wien. 2013 wurde sie mit dem Ensemblepreis des NRW Theatertreffens sowie mit dem Publikumspreis als beste Nachwuchsschauspielerin ausgezeichnet. 2015 folgte eine Doppel-Einladung zum Berliner Theatertreffen mit "die unverheiratete" in der Regie von Robert Borgmann und "Die lächerliche Finsternis" in der Regie von Dušan David Pařízek. Seit der Spielzeit 2017/18 ist sie Teil des Berliner Ensembles. 2017 und 2018 spielte sie im Sommer bei den Salzburger Festspielen im "Jedermann" die Rolle der Buhlschaft. Seit 2022 spielt sie außerdem den Frosch in der "Fledermaus" von Strauß an der Wiener Volksoper. Stefanie Reinsperger wurde für ihre Arbeit mehrfach ausgezeichnet, u.a. in der Zeitschrift Theater Heute als Nachwuchsschauspielerin und Schauspielerin des Jahres, mit dem Nestroy Preis als Beste Nachwuchsschauspielerin, dem Dorothea Neff Preis als beste Schauspielerin und dem Romy Award. 2022 wurde sie zudem mit dem Helene-Weigel-Theaterpreis ausgezeichnet. Mit der Spielzeit 2024/25 kehrt sie als Ensemblemitglied an die BURG zurück. Stefanie Reinsperger steht regelmäßig vor der Kamera für Film und Fernsehen. Seit 2020 ist sie als Hauptkommissarin Rosa Herzog im festen Team vom Tatort Dortmund. 2022 veröffentlichte sie ihr Buch mit dem Titel „Ganz schön wütend“, eine Liebeserklärung und ein Appell an die weibliche Wut.
Hannes Hametner, geboren 1971, wuchs in Leipzig auf. Er studierte von 1994 bis 1999 Schauspielregie an der Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“ Berlin. Er ist Regisseur und Dramaturg und lebt seit 2020 in Wien.
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