Die Anunnaki, zentrale Figuren der mesopotamischen Mythologie, werden oft dafür verantwortlich gemacht, die menschliche Zivilisation geformt und alte religiöse Überzeugungen über Kulturen hinweg beeinflusst zu haben. Laut alten Mythen und Theorien kamen die Anunnaki vom Himmel auf die Erde, etablierten das Königtum als Grundlage der Gesellschaft und erschufen die ersten Menschen, indem sie ihre eigene Essenz mit jener primitiver Hominiden vereinten. Diese Ursprungslegende der Menschheit markierte den Beginn göttlicher Konflikte, die Rivalitäten und Streitigkeiten auslösten, die sich durch verschiedene Mythologien zogen. Angeführt wird die Anunnaki-Hierarchie von Anu, dem Vater der Götter, dessen Nachkommen – Enki, Enlil und Ninmah – entscheidende Rollen in der Herrschaft über die Erde und das menschliche Schicksal spielten. Ihr Einfluss setzte sich durch ihre Nachkommen fort, deren Geschichten in alten Texten weiterleben.
Um die Bedeutung dieser alten mesopotamischen Götter und Göttinnen zu beleuchten, konzentriert sich dieses Video auf Marduk, Ninurta, Ishkur (auch bekannt als Adad) und Nannar (oder Sin), die alle einzigartige Rollen im mesopotamischen Pantheon einnahmen. Marduks Aufstieg zur obersten Gottheit Babylons ist besonders bemerkenswert; ursprünglich eine wenig bekannte Gestalt, wurde er zur Hauptgottheit Babylons und schließlich zum Symbol kosmischer Ordnung, nachdem er Tiamat, die Göttin des Chaos, im Schöpfungsepos „Enuma Elish“ besiegte. Sein Sieg symbolisiert seine Erhebung an die Spitze des Pantheons – die Götter verliehen ihm 50 Titel, die seine Vorherrschaft bestätigen. Marduks Verehrung wuchs mit Babylons Macht und führte schließlich zu seiner Gleichsetzung mit Ra, dem Sonnengott, und Amun-Ra in Ägypten, was seine Rolle in späteren Kulturen neu definierte.
Ninurta, auch bekannt als Ningirsu in der sumerischen Tradition, ist ein vielseitiger Gott, der mit Landwirtschaft, Heilung, Recht und Krieg in Verbindung steht. Als Sohn Enlils verehrt, entwickelte sich Ninurtas Rolle von einem agrarischen Gott zu einem mächtigen Kriegsgott, als die militärische Kultur Mesopotamiens wuchs. Seine epischen Kämpfe, darunter gegen den Dämon Asag und den Anzû-Vogel, festigten seinen Ruf als Verteidiger der göttlichen Ordnung – er formte Flüsse und Landschaften zum Wohle der Menschheit. Seine Symbolik, die sowohl Pflug als auch Waffen umfasst, verdeutlicht seine doppelte Natur als Ernährer und Zerstörer, ein typisches Merkmal mesopotamischer Götter.
Ishkur, im Akkadischen als Adad bekannt, verkörpert die Ambivalenz von Stürmen. Seine Macht über Regen und Überschwemmungen konnte sowohl fruchtbar als auch zerstörerisch sein. Als Gott der Landwirtschaft und des Krieges war Ishkur-Adad eine ambivalente, aber zentrale Figur. Seine Verbindung zu Gerechtigkeit und Wahrsagung machte ihn auch zu einem Gott von Ordnung und Fairness, mit Einflüssen in kanaanäischen, hethitischen und hurritischen Traditionen. Seine Abstammung variiert in den Texten – er wird teils als Sohn von An, teils von Enlil dargestellt – was auf seine weite Verbreitung in mesopotamischen Städten hindeutet.
Nannar, auch bekannt als Sin, ist der Mondgott und Schutzgott von Ur. Sein Symbol, die Mondsichel, verbindet ihn mit den Mondzyklen, die sowohl Zeit als auch Fruchtbarkeit symbolisieren. Als Fruchtbarkeitsgott ist er mit Viehzucht und Geburtsritualen verbunden. Zu seinen himmlischen Attributen gehören Erleuchtung und Weisheit. In der mesopotamischen Tradition erscheint Nannar häufig als Richter des Schicksals, oft zusammen mit dem Sonnengott Shamash, um göttliche Gerechtigkeit zu sprechen. Seine Hauptkultzentren in Ur und Harran zeigen seinen weitreichenden Einfluss. Besonders bemerkenswert ist, dass sein Kult über Jahrhunderte hinweg bestand – was Fragen darüber aufwirft, inwieweit sein Mondsymbol spätere religiöse Zeichen wie die Mondsichel des Islams oder gar der Name der Sinai-Halbinsel beeinflusst haben könnte.
Skript und Schnitt: Lucas Martins Kern
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