Skandale begleiten unseren Alltag – von politischen Fehlentscheidungen bis zu gesellschaftlichen Missständen. Doch wenn es um sexualisierte Gewalt geht, reagieren Menschen anders: betroffen, erschüttert – und oft mit Abwehr.
In dieser Folge berichtet Dr. Veronika Eufinger, wie die Bevölkerung brisante Themen wahrnimmt, warum Missbrauchsskandale so schwer zugänglich sind, welche Rolle Verdrängung spielt – und was das alles für das Vertrauen in Institutionen wie die Kirche bedeutet.
Wir sprechen auch über die Auswirkungen der Aufarbeitung sexualisierter Gewalt durch die ev. Kirche, u.a. durch die ForuM-Studie und darüber, welche Erwartungen Menschen an eine glaubwürdige Aufarbeitung haben.
Unser Gast Dr. Veronika Eufinger beschäftigt sich mit dem Thema sexualisierte Gewalt, konkret mit der Rezeption und den gesellschaftlichen Auswirkungen der ForuM-Studie. Das hat die Form einer zweistufigen empirischen Analyse bestehend aus Fokusgruppen und einer repräsentativen Befragung.
Hinweis für Betroffene:
In dieser Folge geht es um das Thema sexualisierte Gewalt.
Wenn dich das Thema belastet oder du selbst betroffen bist, findest du hier vertrauliche und kostenfreie Hilfsangebote:
Wenn du unsicher bist, wohin du dich wenden kannst, hilft dir das Hilfetelefon dabei, den richtigen Weg zur Unterstützung zu finden.
Weiterführende Literatur / Quellen zur Folge
„Kirche, ihr seid hier? Wo Leben gefeiert wird? Damit hätten wir nun wirklich nicht gerechnet.“
Kirchliche Arbeit findet längst nicht nur in der Ortsgemeinde statt. Ob in Schulen, Krankenhäusern, Gefängnissen, auf Festivals, an Universitäten oder im Tourismus – überall gibt es spezialisierte Angebote an den Schnittstellen von Kirche und Gesellschaft.
Mit unserem Gast Philipp Elhaus, Pastor und Referent am Sozialwissenschaftlichen Institut der EKD, sprechen wir über „Dienste, Werke und Einrichtungen“. Sie gelten als funktionale Dienste: nicht territorial gebunden, sondern thematisch fokussiert und auf bestimmte Lebenswelten zugeschnitten. Warum sind sie entstanden, welche Aufgaben übernehmen sie – und welches Potenzial haben sie für die Kirche der Zukunft?
Der Text zum Podcast:
Philipp Elhaus: Kirche jenseits der Ortsgemeinde. Konturen einer praktisch-theologischen Theorie der kirchlichen Dienste, Werke und Einrichtungen, in: Praktische Theologie 60 (2025), S. 231-238.
Und dann empfehlen wir euch noch einen Sammelband zum Thema:
Philipp Elhaus / Uta Pohl-Patalong (Hg.): Fluide Formen von Kirche. Dienste, Werke und Einrichtungen in Gesellschaft und Kirche des 21. Jahrhunderts, Stuttgart 2024.
Die Ortsgemeinde ist die Basis kirchlichen Lebens: Hier erleben Menschen Glauben unmittelbar – im Gottesdienst, in Chören, Festen und gemeinsamen Aktivitäten. Das dortige Pfarrbüro und die Pfarrpersonen sind die erste Anlaufstelle für Lebensereignisse wie Taufen, Hochzeiten oder Beerdigungen und bieten Seelsorge vor Ort. Das flächendeckende parochiale System ist eine besondere Stärke, vor allem in ländlichen Regionen, wo sonst vieles fehlt. Doch angesichts schrumpfender Strukturen stellt sich die Frage: Wird diese Präsenz bleiben?
Dr. Hilke Rebenstorf, Soziologin für Kirchen- und Religionssoziologie am Sozialwissenschaftlichen Institut der EKD, hat im Zweiten Kirchengemeindebarometer untersucht, wie es den Gemeinden tatsächlich geht. Ein Drittel der Gemeinden floriert, ein Drittel kämpft ums Überleben. Der Unterschied liegt nicht nur an der Säkularisierung, sondern auch an regionalen Strukturen und dem Zentrum-Peripherie-Gefälle. Ihr Appell: Kirche und Kommune müssen enger kooperieren, Ressourcen bündeln und gerade im ländlichen Raum gezielt fördern – sonst droht der Verlust einer der letzten verlässlichen Anlaufstellen vor Ort.
Hier geht es zur Publikation, entweder als Buch bestellbar oder als kostenloses eBook zum Download:
Herausforderungen und Potenziale vor Ort - 978-3-7560-1900-7 | Nomos
Und für Interessierte des ersten Kirchengemeindebarometers:
Potenziale vor Ort. Erstes Kirchengemeindebarometer 2015 – Text im Druckformat zum freien Download verfügbar auf den Seiten des SI u.a. hier: Wie geht's der Kirchengemeinde? - Sozialwissenschaftliches Institut der EKD und Wie geht's der Kirchengemeinde? - Sozialwissenschaftliches Institut der EKD.
Überraschend offen. Kirchengemeinden in der Zivilgesellschaft 2019 – bei Evangelische Verlagsanstalt Leipzig noch als e-book verfügbar
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Fast 80 % der Deutschen befürworten, dass Schwangerschaftsabbrüche in den ersten zwölf Wochen ohne Einschränkungen erlaubt sind – und doch bleibt das Thema hoch emotional und politisch umkämpft. CDU-Chef Friedrich Merz warnte 2024 vor einer gesellschaftlichen Spaltung des Landes, und 2025 sorgt der Fall Brosius-Gersdorf für Schlagzeilen.
Warum ist das so? Wer treibt die Debatte an, und welche Rolle spielt die Kirchenmitgliedschaft dabei?
Darüber sprechen wir in dieser Folge mit Veronika Eufinger, wissenschaftliche Referentin am Sozialwissenschaftlichen Institut der EKD. Sie hat untersucht, wie Menschen in Deutschland wirklich über Schwangerschaftsabbrüche denken und wie sich ihre Haltung je nach Konfession, Region und Bildung unterscheidet.
Konkret geht es um:
Wir sprechen über empirische Fakten, jenseits von Schlagzeilen und Emotion.
Weitere Infos gibt’s hier: Der Abbruch als Rechtsbruch? - Sozialwissenschaftliches Institut der EKD
Hier geht es zur ELSAStudie: ELSA-Studie veröffentlicht | BMG
Fragen, Anregungen oder Themenwünsche? Schreibt uns! --> info@si-ekd.de
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