Wöchentliche Heilige, vorgestellt von Bernadette Spitzer.
Der 28. Dezember ist der Gedenktag der Unschuldigen Kinder. Ursprünglich bezog er sich auf die Opfer des Kindermords von Betlehem. Inzwischen ist er ausgeweitet worden auf das Gedenken an alle leidenden Kinder.
Aber an diesem Tag ist auch Gedenktag eines Heiligen, der nur zehn Jahre alt wurde und dann als Märtyrer starb. Julius von Rom wurde Opfer der ersten Christenverfolgungen in Rom im 2. oder 3. Jahrhundert. In Wien hat er eine Gedenkstätte, denn seine Gebeine befinden sich in der Michaelerkirche. Wie das kam?
Es begann mit einer päpstlichen Schenkung an den Wiener Kaiserhof. Kaiserin Maria Theresia ließ die Gebeine zur öffentlichen Verehrung in die Kirche am Hof bringen, die damals den Jesuiten gehörte. Kardinal Sigismund Kollonitz legte das Fest des Heiligen mit dem Tag der Unschuldigen Kinder zusammen. Daraus wurde ein regelrechter „Juliuskult“ mit Kinderprozessionen. Er wurde zum Schutzpatron der Wiener Kinder. Seine Verehrung verbreitete sich von Wien aus über die Jesuitenmissionen in die ganze Welt. Nach Auflösung des Jesuitenordens im Jahr 1773, übergab Maria Theresia die Reliquien schließlich der Hofpfarrkirche St. Michael, wo sie sich noch heute befinden. Schauen Sie sich das an!
Bernadette Spitzer
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Francesca Cabrini war ursprünglich Italienerin. Sie wurde vom Papst mit einem originellen Auftrag in die USA geschickt, erhielt dort die Staatsbürgerschaft und wurde durch ihre Kanonisierung die erste heiliggesprochene Bürgerin der USA.
Franziska gründete eine Gemeinschaft für Herz und Mission
Sie kam 1850 in der Nähe von Mailand als jüngstes von 13 Kindern zur Welt und wurde Lehrerin und Ordensfrau. Als der Orden aufgelöst wurde, gründete sie mit 30 Jahren ihren eigenen: die Missionsschwestern vom Heiligsten Herzen Jesu. Mission war Francescas Leidenschaft, deshalb fügte sie ihrem Vornamen den ihres Vorbilds Franz Xaver an, des großen Missionsheiligen, und kreierte damit die weibliche Form Franziska Xaviera.
Papst Leo XIII. schickte sie in die USA, wo sie sich um die Italiener kümmern sollte. Sie gründete innerhalb von 30 Jahren fast 70 Schulen, Krankenhäuser, Waisenhäuser und Klöster mit dem Ziel, den Italienern die Integration in die neue Heimat zu erleichtern. Franziska Xaviera Cabrini starb am 22. Dezember 1917 im Alter von 77 Jahren im Mutterhaus ihres Ordens in Chicago.
Johannes könnte Patron all jener Eltern sein, die verzweifeln, weil ihre Kinder lebensuntüchtig scheinen und in der Schule nichts zusammenbringen, denn er war bis ins Erwachsenenalter Analphabet.
Die mystische Reise des Johannes vom Kreuz
Heute ist er Patron der spanischsprachigen Dichter und sogar Kirchenlehrer: Johannes vom Kreuz. Er wurde 1542 in Spanien geboren und wuchs in armen Verhältnissen auf, daher lernte er weder Lesen noch Schreiben. Auch handwerklich war Johannes ungeschickt. Endlich fand man dann doch etwas, was ihm Spaß machte und wofür er begabt schien: Er wurde Pfleger in einem Krankenhaus. Ab seinem 17. Lebensjahr besuchte er Kurse im örtlichen Jesuitenkolleg, wodurch er dann doch noch Lesen und Schreiben lernte.
Johannes schloss sich dem Karmeliterorden an und wurde Priester. Gemeinsam mit Teresa von Ávila wollte er den Orden reformieren, was zu Konflikten führte, denn die Inquisition sperrte ihn ein. Im Gefängnis erlebte er mystische Visionen, die er später in Gedichten verarbeitete. Schließlich löste man den Konflikt durch eine Spaltung des Ordens. Johannes leitete die „unbeschuhten“ Karmeliten und starb 1591 mit 49 Jahren.
Ambrosius zählt zu den vier großen Kirchenvätern des Abendlandes. Er war nicht nur Politiker und Heiliger, sondern auch ein Spätberufener.
Der Weg des Ambrosius vom Politiker zur Kirche
Sein Vater war römischer Statthalter und er folgte dieser Tradition, indem er selbst Politiker wurde. Ambrosius war so erfolgreich, dass er Statthalter von Oberitalien mit Sitz in Mailand wurde. Er war ein Politiker, den das Volk liebte. Als 374 ein neuer Bischof für Mailand gewählt werden sollte, konnte man sich nicht einigen. Ambrosius nahm an der Wahl als Beobachter Teil, beeindruckte jedoch so sehr, dass alle Parteien ihn zum Bischof wünschten. Zu diesem Zeitpunkt war er noch nicht einmal getauft.
Die Kirche reagierte schnell, indem Ambrosius sofort getauft wurde und nur eine Woche später, am 7. Dezember, zum Priester und Bischof geweiht. Die 23 Jahre seines Bischofsamtes sind in dem Bienenstock, mit dem er dargestellt wird, symbolisiert: Er war flott, fleißig und gelehrsam wie die Bienen, und sein Reden und Handeln war kostbar und wohlschmeckend für die Menschen wie Honig. Ambrosius starb 397.
Ihr Name erlebt im Moment ein Revival: Emma, die Erhabene. Für alle Deutschen unter Ihnen: Sie ist die erste namentlich nachweisbare Einwohnerin von Bremen.
Emma als Wohltäterin und Kirchenstifterin im frühen Mittelalter
Emma von Lesum war Gräfin und wurde um 980 in Sachsen geboren. Sie heiratete Liudger, den Sohn des sächsischen Herzogs, und bekam einen Sohn, der später Bischof von Paderborn wurde. 1001 wurde dem Paar vom deutschen Kaiser der Königshof in Stiepel geschenkt. Er ist heute ein Stadtteil von Bochum. Emma ließ dort eine Kirche errichten, und zwar eine, die nicht dem Bischof unterstellt war. Nach dem frühen Tod ihres Mannes im Jahr 1011 zog Emma ins heutige Bremen, nach Lesum, das heute der Stadtteil Burglesum ist.
Als Witwe kümmerte sie sich um Bedürftige und um die Kirche. Dem Dom in Bremen machte sie reiche Stiftungen, dem Domkapitel schenkte sie auch ihr Eigengut samt Kirche in Stiepel. Ihre Fürsorge galt aber besonders den Armen. Emma starb am 3. Dezember 1038. Schon bald wurde sie als Heilige verehrt, aber nie heiliggesprochen. Ihr Grab soll noch im 16. Jahrhundert im Bremer Dom vorhanden gewesen sein, wurde aber nicht gefunden.
Der Legende nach war Katharina die wunderschöne, hochgebildete und eingebildete Tochter des Königs von Zypern, der nicht einmal der Sohn des Kaisers als Ehemann gut genug war, bis sie ein Einsiedler bekehrte, der ihr von Christus als wahrem Bräutigam erzählte.
Glaube, Weisheit und Legende um Katharina
In Alexandria verlangte der römische Kaiser Maxentius während eines Militärzugs Opfer. Katharina weigerte sich und wollte ihre Argumente in einer Diskussion präsentieren. Der Kaiser lud die 50 besten Philosophen ein, aber am Ende der Diskussion ließen sie sich auch taufen. Katharina gilt deshalb als besonders gelehrt. Sie ist eine der nur drei Nothelferinnen. Ihr Symbol, das Rad, war einst ein grausames Folterinstrument mit Sägen und Nägeln.
Ein Engel zerstörte es der Legende nach mit solcher Wucht, dass die Folterknechte getötet wurden. Katharina wurde später enthauptet, doch ihr Mut beeindruckte die Menschen tief. Ihr Martyrium soll sie um 307 erlitten haben. 500 Jahre später wurden ihre Gebeine am Berg Sinai gefunden und das Katharinenkloster erbaut. Ab dem 13. Jahrhundert war Katharina die beliebteste Heilige nach Maria. Nach ihr ist außerdem ein Mondkrater benannt.
In Klosterneuburg geht es wieder rund beim Leopoldimarkt. Und in Wien und Niederösterreich ist schulfrei, denn der Patron besagter Bundesländer wird gefeiert: Markgraf Leopold III.
Leopold – vom jungen Markgraf zum Heiligen
Besonders Niederösterreich ist mit ihm verbunden, denn seine Schädelreliquie wird im von ihm gegründeten Stift Klosterneuburg ausgestellt. Zudem zeigt das Stift einen Ornat mit fünf Adlern, den man für Leopolds Mantel hielt und den Herzog Rudolf IV. als Vorbild für sein Wappen nahm. Heute ist es das niederösterreichische Landeswappen. Leopold wurde 1073 in Melk oder Gars geboren und wurde mit 22 Jahren Markgraf.
In 41 Jahren Regentschaft führte er keinen einzigen Krieg, sondern erweiterte sein Territorium durch Heirat. Zuerst Adelheid von Perg/Machland und dann die deutsche Kaisertochter Agnes. Seine Ehe mit Agnes galt als eine sehr glückliche Ehe.
Ebenso sorgte er für Arme und Notleidende. Leopold gründete die Stifte Klosterneuburg, Heiligenkreuz und Kleinmariazell. Er starb am 15. November 1136 nach einem Jagdunfall. 1485 wurde er heiliggesprochen, seit 1663 gilt er als Patron von Österreich sowie Landespatron von Wien, Niederösterreich und Oberösterreich.
Hubertus, 727 geboren, war Bischof von Maastricht und später Lüttich. Der fränkische Adlige, der nach dem Tod seiner Frau als Einsiedler lebte, widmete sich dem Glauben und drängte das Heidentum in den Ardennen zurück.
Hubertus und die Hirsch-Vision
Warum gilt er nun als Schutzpatron der Jäger? Seine Legende zählt zu den bekanntesten Heiligengeschichten: Am Karfreitag begegnet Hubertus einem Hirsch mit leuchtendem Kreuz im Geweih – ein göttliches Zeichen, das ihn zur Umkehr bewegt. Er verzichtet auf die Jagd, angeblich ließ er sich nach dieser Begegnung taufen. Diese Vision, ursprünglich dem heiligen Eustachius zugeschrieben, wurde ab dem 11. Jahrhundert mit Hubertus verbunden und prägt bis heute das Bild des „christlichen Jägers“.
Hubertus: Gedenktag mit Jagdhörnern
An seinem Gedenktag, dem 3. November, wird Hubertus mit Gottesdiensten gefeiert, bei denen traditionell Jagdhörner erklingen. Er ist Patron zahlreicher Berufe und gilt auch als Helfer gegen Tollwut und Tierkrankheiten. Seine Verehrung reicht von Wallfahrtsorten über Ritterorden bis hin zum Logo eines Kräuterlikörs.
Judas Thaddäus wird in aussichtslosen Fällen angerufen – besonders in Wien. Der Apostel missionierte nach dem Tod Jesu im vorderasiatischen Raum und starb dort als Märtyrer. Im Neuen Testament ist von ihm nur ein einziger Satz überliefert. Beim letzten Abendmahl fragt er Jesus: „Herr, warum willst du dich nur uns offenbaren und nicht der Welt?“ (Johannes 14,22).
Judas wurde Bischof von Edessa
Außerhalb der Bibel erzählt Eusebius von Cäsarea, dass König Abgar V. von Edessa (heute Urfa, Türkei) an Lepra erkrankt war und nach Jesus schickte. Der war aber schon gekreuzigt worden. So schickte man Judas, um ein Bild von Jesus zu malen. Dieser wurde bei der Arbeit vom himmlischen Glanz geblendet, sodass Gott selbst das Bild vollenden musste. Abgar wurde gesund und ließ sich und sein Volk taufen. Judas Thaddäus wurde Bischof von Edessa.
Krimkirche ist dem heiligen Judas geweiht
Vor allem in Kirchen findet man seit seiner Bekanntmachung durch einen andern Heiligen, Klemens Maria Hofbauer, Fürbittbücher, in die man Anliegen eintragen kann. Die Krimkirche in Wien-Döbling ist Österreichs einzige Kirche, die ihm geweiht ist.
Severin von Köln war im 4. Jahrhundert der dritte namentlich bekannte Bischof der Stadt. Zwei Quellen aus dem 6. Jahrhundert belegen seine Verehrung. Eine später verfasste Vita berichtet von Heiligtümern, die es zu Severins Zeit noch nicht gab. Zudem scheint es eine Verwechslung mit Severin von Bordeaux gegeben zu haben. Es hieß, Severin sei in Bordeaux gestorben und später nach Köln überführt worden.
Da sich in Bordeaux jedoch ein Leichnam im Grab befindet, vermutet man, dass die beiden Bischöfe miteinander verwechselt wurden. Die Severinskirche soll über seinem ersten Grab errichtet worden sein. Grabungen brachten römische Gräber und immerhin eine Apsis aus dem 4. Jahrhundert zutage.
Gedenktag vom heiligen Severin
Im Schrein der Kirche, zuletzt 1999 untersucht, fanden sich neben Gebeinen auch Textilien, Hölzer, Leder, Weintrauben und Mausknochen. Die Gebeine stammen von einem etwa 55 Jahre alten Mann, der ungefähr 1,59 Meter groß war. Er war vermutlich sozial höhergestellt und dürfte einbalsamiert worden sein. Ein eindeutiger Beweis für seine Identität als Severin fehlt. Jährlich wird sein Gedenktag mit einer Schreinprozession im Viertel begangen.
Dass der Mann auf dem Bild ein Christ ist, erkennt man nicht auf den ersten Blick, denn er trägt einen Turban. Dies nennt man Inkulturation. Der Mann war Bischof, Ordensgründer und Missionar, der im Sudan wirkte: Daniel Comboni. Im 19. Jahrhundert forderte er, dass Afrikaner und Afrikanerinnen Priester, Schwestern und Bischöfe werden sollten. Dies wurde von der Kirche erst viel später umgesetzt. Er wurde 1831 am Gardasee in eine arme Arbeiterfamilie geboren.
Lukas ist ein beliebter Vorname
Der Name Lukas zählt seit Jahren zu den beliebtesten Vornamen. Der Name hat die Bedeutung: der aus Lukanien stammende. Lukanien war die Bezeichnung einer Landschaft in Süditalien, die heute Basilicata heißt. Der Evangelist Lukas stammte nicht aus der Gegend, er wurde eher in Antiochia in der heutigen Türkei geboren und war Arzt. In Griechenland lernte er Paulus auf einer seiner Reisen kennen und schloss sich ihm an.
Der Tod von Lukas
Über Lukas Tod weiß man nichts Genaues. Er könnte in Griechenland oder der Türkei gestorben sein, das Spektrum der Legenden reicht von Kreuzigung bis zum Tod an Altersschwäche. Für diese letzte Legende spricht allerdings ein starkes Argument. Sie erzählt, dass Lukas in Theben starb und seine Gebeine nach Konstantinopel und später nach Padua und Prag gebracht wurden. Im Jahr 1998 wurde bei einer Untersuchung festgestellt, dass die Gebeine aus Prag und Padua zu einem Mann orientalisch-syrischer Herkunft gehören, der um das Jahr 100 lebte und über 70 Jahre alt war.
Weniger sicher ist man, ob Lukas tatsächlich der Verfasser des Evangeliums und der Apostelgeschichte ist. Er wird nicht als Autor erwähnt und erst 100 Jahre nach Abfassung als solcher bezeichnet.
Ende September werden alle Engel und besonders die Erzengel Michael, Raphael und Gabriel gefeiert. Streng genommen sind sie keine Heiligen, weil sie keine Menschen sind oder waren, sondern Engel.
Michael: Seelenführer in den Himmel
Michael ist der Engel fürs Grobe oder Gottes Bodyguard. Er bekämpft alle Feinde Gottes, allen voran den Teufel. Man erkennt ihn als Engel mit Flügeln, in einer Rüstung und mit einem Schwert, das meist in einem Drachen oder Teufel steckt. Beim Jüngsten Gericht soll er Posaune blasen und damit die Toten aus den Gräbern wecken. Außerdem führt er ein Verzeichnis über die guten und schlechten Taten der Menschen und wiegt ab, ob sie in den Himmel dürfen. Oft wird er daher mit einer Waage dargestellt. Er gilt auch als Seelenführer in den Himmel.
Papst Gregor bat Michael um Hilfe
Im Jahr 590 bat Papst Gregor den Erzengel um Hilfe gegen die Pest. Michael erschien über dem Hadriansmausoleum und steckte sein Schwert in die Scheide. Daraufhin endete die Seuche. Der Papst änderte den Namen des Hadriansmausoleums zu „Engelsburg“. Eine Statue Michaels auf der Spitze des Gebäudes erinnert bis heute daran.
Notburga kam um 1265 in Rattenberg als Tochter eines Hutmachers zur Welt. Mit 18 wurde sie Magd bei Heinrich I. auf Schloß Rottenburg. Mit Wissens ihres Herrn versorgte sie Bedürftige mit Speiseresten. Dessen Nachfolger verboten es ihr aber. Notburga fastete von da an und verteilte ihr Essen.
Ein Bauer gab Notburga Arbeit
Aber sie wurde trotzdem entlassen und arbeitete dann bei einem Bauern. Dort verhandelte sie sich aus, am Vorabend von Sonn- und Feiertagen beim ersten Glockengeläut die Arbeit niederzulegen, um sich auf den Feiertag vorzubereiten. Als ihr das der Bauer eines Tages verbot, weil die Arbeit noch vor dem drohenden Gewitter gemacht werden musste, warf Notburga ihre Sichel in den Himmel, wo diese an einem Sonnenstrahl hängen blieb, bis sie nach ihrer Andacht zurückkehrte und weiterarbeitete.
Notburga als Köchin
Notburga wurde bei ihrerer früheren Herrschaft schließlich Köchin. Sie verhandelte sich aus, wieder Arme zu versorgen und sogar Kranke auf der Burg pflegen zu dürfen. Notburga starb am 14. September 1313, wurde in Eben am Achensee beigesetzt und seither verehrt. Sie wird in Niederösterreich jeweils am zweiten Sonntag im September (nahe ihrem Namenstag), dem Dirndlgwandsonntag gefeiert.
Er ist der jüngste der vier Kirchenväter der Antike und lebte am Ende des Römischen Reiches, in einer Zeit der gewaltigen Umbrüche und Katastrophen. Gregorius, später Papst Gregor I.
Gregor wurde als erster Mönch Papst
Geboren wurde Gregor um 540 in Rom. Er war bereits mit 30 Leiter von Roms Zivilverwaltung und hatte damit das höchstmögliche Amt für einen Senator inne. Mit 35 zog er sich zurück, wandelte seinen Palast in ein Benediktinerkloster und wurde Mönch und Diakon. Danach war er sechs Jahre päpstlicher Gesandter in Konstantinopel und später Berater des Papstes. Als dieser 590 starb, wurde Gregor mit 50 Jahren als erster Mönch selbst Papst.
Gregor starb mit 65 Jahren
Als die Verwaltung in Rom zusammenbrach, kümmerte er sich um die Armen, indem er kirchliche Ländereien bündelte und Hilfe organisierte. Mit ihm begann die Christianisierung Britanniens. Interessant: Er führte die Liste der Todsünden. Gregor prägte die Ordensregel der Benediktiner, die gregorianische Messe und Choräle. So gilt er als Patron der Sänger und Musiker. Gregor der Große starb mit etwa 65 Jahren am 12. März 604.
Nach Helena, der Mutter von Kaiser Konstantin dem Großen, hat heute die zweite große Mutter eines Heiligen der Antike Gedenktag: Monika, die Mutter von Augustinus. Sie wurde um 332 im heutigen Algerien in eine christliche Familie geboren.
Heilige Monike: Die Mutter von Augustinus
Sie heiratete den Helden Patricius und bekam neben Augustinus noch mindestens zwei weitere Kinder. Ihren als schwierig und jähzornig bekannten Mann bekehrte sie, sodass er sich kurz vor seinem Tod 370 taufen ließ. Auch Augustinus wollte Monika als Christ sehen. Vom Studium in Karthago kehrte er jedoch als Mitglied einer Sekte zurück. Monika blieb nur, für seine Bekehrung zu beten, und sie folgte ihm später auf seinen Reisen nach Rom und Mailand.
Monika starb mit 55 Jahren
In Mailand lernte er 385 Bischof Ambrosius kennen und ließ sich zwei Jahre später taufen. Monika war erleichtert. Auf der Heimreise nach Afrika starb Monika mit etwa 55 Jahren in Ostia an Fieber. In den berühmten Confessiones, seinen Bekenntnissen, dankt Augustinus seiner Mutter für ihre Bemühungen um seine Bekehrung. Dargestellt wird Monika oft mit dem Krug. Er steht für die Tränen, die sie bis zur Bekehrung ihres Sohnes vergoss.
Sie ist die erste Heilige Amerikas und Südamerikas: Rosa von Lima. Eigentlich hieß sie Isabel Flores de Oliva und wurde 1586 in Peru geboren. Genannt wurde sie schon als Kind Rosa, weil sie, spanischstämmig, einen rosigen Teint hatte.
Rosa von Lima gründete kontemplatives Kloster in Südamerika
Mit 20 Jahren sollte sie heiraten, setzte aber ihren Willen durch, ledig zu bleiben und Dominikanerterziarin zu werden. Das bedeutete, dass sie nicht im Kloster lebte, sondern als geweihte Jungfrau allein in einer Hütte in der Nähe ihrer Eltern. Sie ernährte sich und ihre Familie durch Weber- und Gärtnerarbeit, half Armen und Kranken und mahnte Priester zu einem ordentlichen Leben. Auch politisch war sie mutig und wies auf die schädlichen Folgen der spanischen Eroberung hin. Mit 28 Jahren gründete sie das erste kontemplative Kloster Südamerikas, benannt nach ihrer Lieblingsheiligen Katharina von Siena.
1671 wurde Rosa von Lima heiliggesprochen
Durch strenge Bußübungen geschwächt, starb sie bereits drei Jahre später, am 24. August 1617. Die Beisetzung musste aufgrund des großen Andrangs der Menschen, die sie noch einmal sehen wollten, mehrfach verschoben werden. 1671 wurde sie als erste Südamerikanerin heiliggesprochen.
Da es Patrone für jede Lebenslage gibt, gibt es auch einen fürs Fernsehen, nämlich Klara von Assisi. Sie kam um 1193 in Assisi als Tochter eines adeligen Ritters zur Welt.
Klara von Assisi floh zu Franziskus
Um einer arrangierten Ehe zu entkommen, floh sie mit 19 Jahren zu Franziskus, der sie zunächst in einem Kloster unterbrachte und ihr später half, die Gemeinschaft der Armen Frauen von San Damiano zu gründen. Weil sie mit der Ordensregel nicht einverstanden war, schrieb sie als erste Frau eine eigene Regel für eine Frauengemeinschaft und kämpfte jahrzehntelang um deren Anerkennung. Klara war eine geduldige, liebevolle Frau, die aufgrund ihrer schwachen Gesundheit bereits mit 33 Jahren ans Krankenbett gebunden war. Am 9. August 1253 erhielt sie die päpstliche Anerkennung ihrer Regel. Zwei Tage später starb sie im Alter von 60 Jahren. Nur zwei Jahre später wurde Klara heiliggesprochen.
Heilige Klara: Patronin des Fernsehens
Die letzten Weihnachten vor ihrem Tod sah sie, obwohl sie im Bett lag, die Messfeier in der Kirche in einer Art Liveübertragung, und das ganz ohne technische Hilfsmittel. Daher wurde sie Patronin des Fernsehens.
Er zählt zu den bedeutendsten Theologen des Mittelalters, er wurde Fürst aller Mystiker genannt und Doctor Seraphicus, engelsähnlicher Kirchenlehrer: Bonaventura.
Geburtsort von Bonaventura
Er wurde um 1220 in der Nähe von Viterbo in Italien als Giovanni di Fidanza geboren. Er studierte in Paris Philosophie und Theologie, wurde mit 25 Franziskaner und nannte sich fortan Bonaventura. Den Namen soll ihm Franziskus persönlich schon als Kind gegeben haben. Später wurde er Professor am Vorläufer der Sorbonne in Paris, Kardinal und 17 Jahre lang, bis zu seinem Tod, Ordensgeneral.
Bonaventuras Talent: Theologie und Mediation
Bonaventuras Talent war neben der Theologie die Mediation. So vermittelte er in seinem Orden zwischen zwei Gruppen. Die eine wollte die Armut radikal leben, die andere weniger. Er verfasste eine Regel und konnte beide Parteien versöhnen. Bonaventura bewies außerdem, dass wissenschaftliche Arbeit auch in Armut möglich ist, und hinterließ etwa 45 theologische Werke. Er vermittelte zwischen der West- und der Ostkirche und leitete das Konzil von Lyon vom Beginn im Mai 1274 bis zu seinem Tod im Juli. Bonaventura starb noch vor Ende des Konzils am 15. Juli 1274 und wurde 1482 heiliggesprochen.
Ora et labora. Das ist sein bekanntester Ausspruch, und es ist schon rein marketingtechnisch hochinteressant, dass dieser bereits seit Jahrhunderten im Umlauf ist.
Benedikt von Nursia: Geburt in Umbrien
Allerdings, und das ist der Clou daran – das hat er weder gesagt noch irgendwo aufgeschrieben. Der Spruch wurde erst Hunderte Jahre später, im Spätmittelalter, erfunden und ihm zugeschrieben, Benedikt von Nursia. Überhaupt weiß man wenig über ihn, der im Übergang von der Spätantike zum Frühmittelalter lebte und zu einem der wichtigsten Heiligen überhaupt wurde. Er wurde um 480 in Nursia, dem heutigen Norcia im italienischen Umbrien, in eine reiche Familie geboren.
Gedenktag von Benedikt von Nursia
Sein Weg zur Gründung seiner eigenen Gemeinschaft und zur Verfassung seiner berühmten Regel führte ihn 30 Jahre lang in Einsiedeleien und verschiedene Gemeinschaften. 529 schließlich siedelte sich Benedikt mit einigen Gefährten auf dem Monte Cassino an und gründete dort das Kloster, das als Mutterkloster der Benediktiner gilt. Benedikt starb der Überlieferung nach am Gründonnerstag 547 und wurde im Kloster bestattet. Sein Gedenktag ist seit 1970 der 11. Juli, weil der Tradition nach an dem Tag seine Reliquien aus dem zerstörten Montecassino nach Fleury gebracht wurden.
Über Paulus findet man einiges in der Bibel, und nicht nur Nettes. Er stammte aus Tarsus in der heutigen Türkei, war Zeltteppichweber, römischer Bürger und beherrschte Griechisch. Außerdem war er ein Gegner der Christen. Seinen ersten biblischen Auftritt hat er bei der Steinigung des Stephanus, die er zufrieden zur Kenntnis nimmt, bis er eine eindrückliche Begegnung mit Jesus hat.
Paulus statt Saulus
Er ist am Weg nach Damaskus, um dort Christen zu verfolgen, als er plötzlich von einem hellen Licht umstrahlt wird und eine Stimme hört: „Saulus, Saulus, warum verfolgst du mich?“ Dieses dramatische Ereignis, das erst eine vorübergehende Erblindung und dann seine Bekehrung nach sich zieht, ist ein beliebtes Motiv der Malerei. Vom radikalen Christengegner wird er zum radikalen Christen und führt seinen Namen Saulus fortan in der griechischen Form Paulus.
Tod von Paulus
Er war maßgeblich dafür verantwortlich, dass sich das Christentum weltweit verbreiten konnte, denn er setzte sich mit seiner Ansicht durch, dass nicht nur Juden Christen werden können, sondern alle Menschen. Paulus unternahm auch waghalsige Missionsreisen. Über seinen Tod berichtet die Bibel nichts. Die gängigste These ist die Hinrichtung im Zuge der Christenverfolgung unter Kaiser Nero um das Jahr 67. Begraben liegt er in Sankt Paul vor den Mauern, einer der vier großen Hauptkirchen und Pilgerziele Roms.